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Wie wirkt sich das Verrechnungskonto auf die Performance aus?

Verfasst von Niklas Klamm

Wie wirkt sich das Verrechnungskonto auf die Performance aus?

Wenn du ein Verrechnungskonto aktivierst, ändert sich deine Performance in Parqet - manchmal sogar deutlich. Das verwirrt im ersten Moment, ist aber kein Bug, sondern die direkte Folge davon, was in die Berechnung einfließt. In diesem Artikel erklären wir, warum sich die Zahlen ändern und welche Betrachtung in welchem Fall sinnvoll ist.

Was zählt eigentlich zum Portfoliowert?

Ein Portfolio kann aus verschiedenen Assetklassen bestehen: Wertpapiere, Kryptowährungen, Edelmetalle - und Cash. Cash ist dabei eine besondere Anlageklasse, weil alle anderen Assets in Cash (z.B. Euro) bewertet werden. Wie sich Cash auf deine Performance auswirkt, hängt davon ab, ob du es in deine Betrachtung mit einbeziehst oder nicht.

Fall 1: Reine Wertpapier-Betrachtung (ohne Verrechnungskonto)

Wenn du dir nur deine Wertpapiere ansiehst, besteht dein Portfoliowert ausschließlich aus dem aktuellen Marktwert deiner Aktien und ETFs. Was passiert in diesem Fall mit Dividenden und Verkaufserlösen?

  • Dividenden fließen aus der Betrachtung heraus. Sie sind nicht Teil deines Wertpapier-Werts, weil sie nicht mehr in den Aktien stecken - sie wurden ausgezahlt.

  • Realisierte Gewinne aus Verkäufen verlassen ebenfalls den Portfoliowert. Sobald du eine Aktie verkaufst, ist der Erlös kein Wertpapier mehr.

Parqet zeigt dir Dividenden und realisierte Gewinne natürlich trotzdem an, damit du weißt, wie viel in diesen „Töpfen" angefallen ist. Im Wertpapier-Portfoliowert selbst sind aber nur die Kursgewinne der aktuell gehaltenen Positionen enthalten.

Fall 2: Mit Cash und Verrechnungskonto

Sobald du Cash mit in die Betrachtung nimmst - und idealerweise als Verrechnungskonto aktivierst - ändert sich das Bild grundlegend:

  • Dividenden fließen nicht mehr aus der Betrachtung heraus, sondern landen als Gegenbuchung auf deinem Verrechnungskonto.

  • Verkaufserlöse werden ebenfalls auf das Verrechnungskonto gebucht.

Aus Sicht deines Gesamtportfolios ist eine Dividende oder ein Verkauf damit keine Wertminderung mehr, sondern eine Verschiebung zwischen Assetklassen: von Wertpapieren zu Cash. Bei Dividenden verschiebst du faktisch Wert vom Kurs (der nach Ausschüttung um den Dividendenbetrag fällt) auf dein Konto. Bei Verkäufen verschiebst du Kursgewinne in realisierte Gewinne und gleichzeitig den gesamten Erlös ins Cash. Der Gesamtwert deines Portfolios bleibt dabei erhalten - nicht, weil das Geld in den Wertpapieren steckt, sondern weil das Verrechnungskonto es jetzt mit abbildet.

Warum verändert sich dadurch die Performance?

Sobald Cash zur Betrachtung gehört, ändert sich die Basis, gegen die Parqet deine Rendite berechnet. Ein Beispiel macht das schnell klar:

Beispiel: Du hast 1.000 € in Apple investiert und die Position verdoppelt sich auf 2.000 €. Dein Kursgewinn beträgt 1.000 €.

  • Ohne Cash in der Betrachtung: Die Basis sind deine 1.000 € Investition. 1.000 € Gewinn auf 1.000 € Basis = 100 % Performance.

  • Mit Cash in der Betrachtung: Du hast zusätzlich 99.000 € auf deinem Verrechnungskonto liegen. Die Basis sind jetzt 100.000 €. 1.000 € Gewinn auf 100.000 € Basis = 1 % Performance.

Beide Zahlen sind korrekt - sie beantworten nur unterschiedliche Fragen. Die 100 % zeigen, wie gut deine Wertpapier-Auswahl performt hat. Die 1 % zeigen, wie viel du aus deinem Gesamtvermögen herausgeholt hast. Wenn ein großer Teil deines Geldes unverzinst auf dem Konto liegt, drückt das logischerweise die Gesamtperformance - Inflation frisst dieses Geld zusätzlich (auch wenn es inzwischen wieder Zinsen gibt).

Wie verändert sich „zugeführtes" vs. „investiertes Kapital" mit Verrechnungskonto?

Ohne Verrechnungskonto zeigen wir dir das investierte Kapital - also wie viel Geld du in Assets investiert hast. Ob das Geld aus einer Dividende, einem Verkauf oder frisch eingezahltem Kapital stammt, können wir ohne Verrechnungskonto nicht unterscheiden.

Mit Verrechnungskonto wird die Ansicht „zugeführtes Kapital" freigeschaltet. Diese zeigt, wie viel Geld dem Portfolio von außen zugeführt wurde - entweder durch Einbuchungen von Assets oder durch Einzahlungen auf das Verrechnungskonto. Eine reinvestierte Dividende erhöht das zugeführte Kapital nicht, weil das Geld bereits im Portfolio war.

Beispiel: Dividende und Reinvestition

Du erhältst 100€ Dividende → Dividende wird mit 100€ erfasst, parallel werden 100€ auf dem Verrechnungskonto gutgeschrieben. Kaufst du anschließend eine Aktie für 100€, werden die 100€ vom Verrechnungskonto abgezogen. Dein investiertes Kapital steigt um 100€ (Cash → Asset), dein zugeführtes Kapital bleibt unverändert.

Welche Betrachtung ist die „richtige"?

Beide. Es kommt darauf an, was du analysieren willst:

  • Möchtest du die Qualität deiner Investmententscheidungen beurteilen, blende Cash mit dem Filter oben rechts aus.

  • Möchtest du sehen, wie sich dein Gesamtvermögen entwickelt, lass Cash und Verrechnungskonto drin.

Genau dafür gibt es in Parqet die Filterfunktion: Du kannst Cash, Krypto oder einzelne Assetklassen jederzeit ein- und ausblenden, ohne deine Daten zu verändern.

Unsere Empfehlung

Bilde deine Parqet-Portfolios so ab, wie es in der Realität ist: pro Broker ein Portfolio, mit Depot und Verrechnungskonto in einem Paket. So wie dein Account bei ING, Trade Republic oder Scalable Capital tatsächlich aussieht. Über die Gesamtübersicht kannst du anschließend alle Portfolios zusammen betrachten und über die Filter jederzeit zwischen reiner Wertpapier-Performance und Gesamtperformance umschalten. So vermeidest du Doppelerfassungen und behältst beide Sichten jederzeit verfügbar.


📹 Eine ausführliche Videoerklärung von Gründer Sumit zum Thema findest du hier auf YouTube.

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